Aufgedreht und durchgeknallt

- ADHS bei Hunden

Kennen Sie das? Der Mensch ist nach einem zweistündigen Spaziergang  völlig erledigt und sein Hund guckt ihn an und scheint zu fragen: „Und was machen wir jetzt?“ Nachts bekommt man kein Auge zu, wenn der Hund im Schlafzimmer ist, weil seine Krallen pausenlos auf dem Laminat klickern, während er unruhig umhergeht. Man kann ihn nicht fünf Minuten vor dem Bäcker anbinden, weil sein Bellen und Schreien die Tierschützer alarmiert. Ihm etwas beizubringen ist eine Qual, weil er sich keine fünf Minuten konzentrieren kann. Selbstkontrolle ist ein Fremdwort für ihn, denn wenn er etwas sieht, muss er hin. Unterbricht man ihn dabei, kann er auch schon mal ungemütlich werden.

 

Ist so ein Hund einfach schlecht erzogen oder steckt eine Störung der Aufmerksamkeit und Impulskontrolle dahinter? Und wie soll man das eine vom anderen unterscheiden?

 

Um diese Fragen zu klären, wirft Robert Mehl zusammen mit den Teilnehmern zuerst einen tiefen Blick ins Gehirn. Auch wer von Neuroanatomie bisher keine Ahnung hatte, findet sich nach einer kurzen Einführung allein im Hundehirn zurecht. Gemeinsam machen wir uns dann auf die Suche nach der Aufmerksamkeit und finden heraus, wie es hier zu Störungen kommen kann.

 

Anschließend besuchen wir die Steuerzentrale des Hundes und beobachten, wie von dort aus Handlungsimpulse kontrolliert werden und was dabei alles schiefgehen kann.

Aufbauend auf diesen Grundlagen befassen wir uns mit dem Krankheitsbild "ADHS". Wir diskutieren, welche Symptome wir bei Hunden beobachten können und was die Ursachen der Erkrankung sind. 

 

Im letzten Teil des Seminars lernen die Teilnehmer, die Aufmerksamkeitsleistung von Hunden zu beurteilen und wir diskutieren in Anlehnung an die Humanpsychologie Empfehlungen zum Umgang mit Hunden, die Aufmerksamkeits- und Impulskontrollprobleme haben. 

Seminardetails

 

Datum

Sonntag, 29. April 2018

Zeit

Seminarzeiten 9 – 17 Uhr

Mittagspause 12:30 – 13:30 Uhr

Ort

Clubhaus SKG-Zürich, Reckenholz, Zürich-Affoltern

Anmeldung

Via Anmeldeformular www.skg-zuerich.ch

oder per Email an liv.hehlen@gmx.ch, Tel. 076 307 93 63

Anmeldeschluss

15. April 2018

Kosten

CHF 130.- für SKG-Mitglieder /

CHF 160.- für SKG-NichtMitglieder

inkl. Getränke, Mittagessen und Pausenverpflegung

   

Seminarthema

Aufgedreht und durchgeknallt - ADHS bei Hunden

 

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und -halter, die mehr über die neurobiologischen Grundlagen von Aufmerksamkeits- und Impulskontroll-problemen lernen und die gewonnenen Erkenntnisse praktisch umsetzen möchten. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht bearbeitet. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

 

 

 

ORGANISIERT VON

WWW.SKG-ZUERICH.CH

 

Referent: Robert Mehl

Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er ist Dozent und Teamleiter des Bereichs Hundepsychotherapie bei dogument und Dozent bei D.O.G. People. Seit 2016 ist er zudem freiberuflich als Referent sowie Coach und Systemischer Berater tätig.

Er studierte in Magdeburg, Tucson (Arizona, USA) und Hamburg und war anschließend Mitarbeiter an der Universität Magdeburg im Fachbereich Klinische Psychologie mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression", Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln und leitete Seminare zum Thema Diagnostik und Forschungsmethoden (EEG).

Mit therapeutischen Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ (dogument) arbeitete er als Psychologe und Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt mit jungen Straftätern.

Als Leiter des Kriminologischen Dienstes des Landes Sachsen-Anhalt arbeitete er u.a. an der Entwicklung von VBA-Lösungen zur computergestützten, standardisierten Diagnostik und leitete kriminologische Forschungsprojekte.

Anschließend arbeitete er in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie mit den Schwerpunkten Diagnostik, Familienberatung und Systemische Therapie.